10 posts tagged “cs”
Interessantes Video-Interview mit einem Vertreter der Schweizer Börse...
http://www.nzz.ch/finanzen/webtv/impulse_juli_2009_1.2868291.html?video=1.2890095
Im Interview werden auch Leveraged ETFs angesprochen, die bald auf Schweizer Indizes lanciert werden sollen.
PS: Siehe auch meinen früheren Beitrag zur ETF Tour 2009 (( die Credit Suisse hatte an diese Veranstaltung mehrere neue ETFs für den Schweizer Markt angekündigt, diese sind nun lanciert worden....
...Deren ETF-Tochter Xmtch lanciert diese Woche 16 neue ETF. Darunter sieben Aktien-ETF jeweils mit der Variantion “Small Cap” und “Large Cap”. Dies ist durchaus eine willkommene Ergänzung der Produktpalette, weil bis dato das Angebot unterschiedlicher Kapitalisierungsgrade nicht genügend war. Auf der Rentenseite vervollständigt die Credit Suisse ihr Angebot mit Renten-ETFs unterschiedlicher Währungen und Laufzeiten.
http://blog.fundexplorer.ch/etf/2009/07/03/529/ ))
UBS: Unser Banken-System im Umbruch. Hier die nackten Zahlen, in etwa im Rahmen der Schätzungen...
http://www.ubs.com/1/e/investors/topics.html
...der Blick heizt die Stimmung nach etlichen Kommunikationspannen der Bank weiter an:
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/hose-runter-bei-der-ubs-111748
Die heutige Sendung ((ab dem frühen Abend)) auf Telezüri verspricht aufgrund der Gästeliste interessant zu werden für eine erste Reflektion:
Alles zur UBS-Bilanzmedienkonferenz im “TalkTäglich”.
- Franz Jaeger; Wirtschaftsprofessor
- Martin Spieler; Chefredaktor “HandelsZeitung”
- Lukas Hässig; Wirtschaftsjournalist und Autor von “Der UBS-Crash”
http://www.telezueri.ch/index.php?id=6815
PS: Ich werde in den nächsten Tagen/Wochen wieder etwas zum Thema schreiben, momentan fehlt mir der Ueberblick zu weiteren Zahlen und das Thema wird heute ((auch über die Schweizer Grenzen)) sowieso überall ausführlich behandelt werden.
Update vom 12.2.2009: Die Verluste von UBS und CS im historischen Vergleich...
In Kürze ((Februar 2009)) werden die Stimulationspakete für die US-Wirtschaft und sehr wahrscheinlich auch ein "Bad Bank"-Programm duch die Obama-Administration verabschiedet bzw. vorgestellt. Euphorie scheint mir aber fehl am Platz.
Interessante Ansichten des erfahrenen Value-Managers de Vaulx, der weiterhin sehr pessimistisch bleibt:
On balance, foreign stocks are more compelling than U.S. stocks, says Charles de Vaulx, who joined New York-based International Value Advisers LLC as a partner last year after building an excellent long-term track record as a manager at the First Eagle funds. The U.S. is "the one country where we've found the least value," says Mr. de Vaulx. He notes that U.S. stocks haven't come down as much as their foreign counterparts, adding that many U.S. companies are overloaded with debt and that the country's financial system will continue to be hit by bad consumer loans and real-estate woes.
http://online.wsj.com/article/SB123308918983621063.html
Mit seiner Inflationsthese stimme ich ((kurzfristig sehe ich eher Deflation und erst später Inflationsprobleme)) nicht überein und ich sehe exportorientierte US-Aktien kurzfristig weiterhin als interessant an.
Aber ansonsten sehe ich ähnliche sehr grosse Probleme in den USA ((siehe dazu auch meine früheren Blogeinträge));
man betrachte die Entwicklung der US-Arbeitslosenzahlen im Vergleich zu vergangenen Rezessionen an:
Zudem wären die aktuellen Arbeitslosenzahlen im historischen Vergleich noch höher aufgrund von Messänderungen ((ich kann hier nicht auf Details eingehen, Interessierte mögen zu Statistikänderungen googeln...)).
PS: A propos Arbeitslosenzahlen. Heute wird die UBS die Quartalszahlen vorstellen, was in den USA und der Schweiz einen grösseren Stellenabbau mit sich bringen dürfte...man spricht von 5000 bis 10'000 Stellen, vielleicht sogar an der Konzernspitze ? Auf jeden Fall könnten die daraus resultierenden Veränderungen das Finanzsystem in der Schweiz auf den Kopf stellen...mehr dazu im nächsten Post und in den nächsten Tagen ((am Mittwoch informiert auch die CS)), wenn sich der Rauch wieder etwas gelegt hat.
Bilanztechnisch sicher auch nicht uninteressant...
PS: A propos "eat your own dog food". Die Jahresstatistik meines Bärenmarktportfolios und der Wettbewerbe ((Tradingkonto USA bei Updown.com und zwei Wettbewerbe bei Sharewise.com)) folgt in der Altjahreswoche.
Das schrieb ich vor genau drei Wochen...
http://talesfromthefuture.vox.com/library/post/hypo-real-estate-lbbw-the-beat-goes-on.html
Mittlerweile sind zwei der drei genannten Banken unter staatlicher Aufsicht. Wann folgt die dritte damals genannte Bank ? Ein lesenswerter Blogeintrag aus Deutschland zu Bank drei ((LBBW)), die aufgrund der hohen Verschuldung leider auch für Staatshilfe prädestiniert scheint:
Das Leverage Ratio (Verhältnis Total Assets bzw. Bilanzsumme zu Eigenkapital) beträgt bei der LBBW das 57,8-fache und zeigt einen unverantwortlichen Leverage Effekt an, auf einen Euro Eigenkapital, wird ein Hebel von 57,8 Euro Fremdkapital eingesetzt.
Selbst die US-Investmentbanken sind in ihrer Spekulationswut nicht so weit gegangen. Lehman Brothers Leverage Ratio lag beim Chapter 11 beim 21,1- fachen. Bei Goldman Sachs liegt das Leverage Ratio aktuell bei 23,7, Morgan Stanley hebelt mit dem 27,6-fachen und die Investmentbanker von Merrill Lynch, nun von der Bank of America geschluckt, hebelten mit dem 27,8 fachen. Eine Citigroup mit einem Leverage Ratio von 15,4 erscheint in diesem Licht fast als "konservative Bank"!
Die LBBW hält insgesamt ein Portfolio an Kreditverbriefungen in Höhe von 27,1 Mrd. EUR (davon 6,1 Mrd. EUR der Sachsen LB)! 23,9 Mrd. EUR davon sind "Investments" in Asset Backed Securities (ABS) und Mortgage Backed Securities (MBS).
Quelle: http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2008/10/lbbw-ein-sicherer-kandidat.html
Das erschreckende ist weiterhin, dass man mit relativ wenig Aufwand und Durchsicht von Kennzahlen und Problempositionen schon Wochen vor den Zusammenbrüchen ((wie schon in den USA vorher)) prognostizieren kann, welche Banken bald die Segel streichen werden.
Wie sieht es lokal aus ? Bei der UBS scheint die Schweizer Bevölkerung erst langsam zu erahnen, wie schlimm es um die Bank stand. Die Pressearbeit und PR gestaltete sich in den letzten Tagen zum Fiasko für die UBS in der Schweiz, die Folgen ((weiterer Vertrauensverlust)) für den zusätzlichen Nettogeldabfluss im laufenden Quartal könnten schwerwiegend sein. Demgegenüber kann sich die CS relativ ((mit Ausnahme der strukturierten Produkte rund um Lehman Brothers)) gut hinter dem Rücken der UBS verstecken und konnte sogar leicht Kundengelder hinzugewinnen in letzter Zeit.
Ich hatte schon bei der GV der UBS anfangs Oktober 2008 mit der News von heute gerechnet, nun ist es einige Tage länger gegangen. Die zweitgrösste Credit Suisse hat sich mit Geld aus Oelstaaten diskret vom Staatstropf fernhalten können, die UBS nicht....
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/auch_die_schweiz_stuetzt_das_finanzsystem_1.1114119.html
Wenn ich die offiziellen Erklärungen der Regierung und die Beteuerungen der letzten Wochen seitens verschiedener Vertreter von UBS ((aber auch der CS)) nochmals anschaue und wir schon bei den Oelstaaten sind...
Oder wie Warren Buffett in einem Zitat nachgesagt wird...
You don't know who's swimming naked until the tide goes out
PS: Zu den weiterlaufenden Lohnzahlungen bzw. Gratifikationssystemen der UBS will ich gar nichts sagen nach der Staatsbeteiligung, schadet nur meinem Blutdruck...
Wem ((damit meine ich vor allem die Schweizer Leser)) die Nachrichten der letzten Tage bereits schwer aufliegen soll sich diese simple Tabelle...
http://www.weissgarnix.de/?p=590
(( Grösse der Bilanzsumme einiger europäischer Banken in Relation zum Bruttoinlandprodukt "ihres" Heimatlandes ))
...besser nicht ansehen. Alles seit langem bekannt aber nicht unbedingt vertrauenseinflössender nach den Ereignissen der letzten Monate.
Damit will ich nicht Panik verbreiten (( man kann die Schweizer Grossbanken trotz Problemen momentan zum Glück nicht mit denjenien aus den anderen zwei "Podestländern" vergleichen )) - aber die nächste Finanzkrise wird eines Tages kommen.
Nein, wird sie nicht ? Wir haben ja daraus gelernt. Hahaha. In den 90ern war die S&L-Krise in den USA etwa ein kleiner Vorgeschmack auf die jetzige Subprime-Weltwirtschaftskrise...da wurde nichts gelernt ausser das Problem im zweiten Anlauf massiv zu vergrössern.
Die Schweiz hat ((besonders in Relation zur Grösse des Landes)) mit UBS und CS ein grosses Klumpenrisiko und man kann von Glück reden, dass momentan "nur" eine der zwei Grossbanken in der Presse im Regen steht...was wenn auch die CS voll betroffen wäre und gleich hohe Abschreibungen wie die UBS hätte tätigen müssen ?
Scheinbar hat der derzeit rekonvaleszente Schweizer Bundesrat Merz im Jahre 2005 einen Notfall-Plan bei zukünftigen Kreditkrisen gefordert, das zahlt sich nun aus.
Siehe dazu diese interessanten Artikel:
http://blog.zeitenwende.ch/hansruedi-ramsauer/jetzt-ist-die-schweizer-politik-gefordert/
und...
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/widmer-schlumpf-ist-jetzt-tag-und-nacht-merz-101682
Etwas Lustiges hatte ich noch versprochen ((soll psychologisch gut sein :)). Wir spielen Bankenkrise !
So titelt die grösste Boulevardzeitung momentan in der Online-Ausgabe...
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/klein-anleger-deshalb-zuegeln-wir-unser-geld-zur-post-101715
Ist das übertrieben ? Panikmache in der Berichterstattung ? Fundamental hat sich nichts gross verändert, nur:
1. Die Psychologie regiert momentan, siehe dazu den Artikel des Tages-Anzeigers ((am Schluss dieses Artikels nochmals verlinkt)). Wenn Hunderttausende andere Anleger das gleiche machen und Geld abziehen ist in diesem Fall Herdentrieb sinnvoll - rette sich wer kann scheint die Devise zu sein, da interessiert die Leute keine "Tier1-Ratio" mehr.
2. Schweizer sind sehr risikoavers. Was im September 2008 passiert ist ((etwa in Europa mit der Fortis-Bank, wo scheinbar jeder zweite Belgier ein Konto hatte)) wird ihr Unbehagen gegen UBS und CS ((letztere vor allem wegen dem PR-Debakel mit strukturierten Produkten von Lehman Brothers)) verstärkt haben.
3. Der Schutz von nur 30'000.- Franken pro Konto bei den meisten Banken ((das erklärt der Blick-Artikel gut und sachlich im Kasten rechts im verlinkten Artikel)) ist international tief - was den Abzug von Kundengeldern weiter beschleunigt.
Fazit: Zu Angaben und Zahlen ((Geldabfluss in den letzten Monaten)) bei der UBS wird man am 2. Oktober sehr genau hinhören müssen.
PS: Siehe dazu auch wie erwähnt:
Das gab es noch nie. An einem einzigen Tag retten sich gleich fünf europäische Banken unter die schützende Hand des Staates oder der Konkurrenz.
Ein leidiges Thema, das beim Beinahe-Zusammenbruch weiterer US-Investmentbanken um ein Haar noch grössere Wellen geschlagen hätte, am Beispiel von Kunden der "anderen" Schweizer Grossbank:
...Unter ihnen sind Kleinsparer und Leute aus dem Mittelstand. Gemeinsam ist ihnen, dass sie auf Drängen ihrer CS-Berater Geld in kapitalgeschützte Produkte von Lehman Brothers steckten. Nach der Pleite von Lehman müssen sie mit einem Totalverlust ihrer Investition rechnen. In den meisten Fällen sind es fünf- bis sechsstellige Beträge, oft grosse Anteile des jeweiligen Gesamtvermögens.
Auffallend ist, dass sich nur Kunden der Credit Suisse melden, obwohl auch andere Banken Lehman-Produkte verkauft haben. Einiges deutet darauf hin, dass die CS diese Produkte aggressiver vermarktet hat als die Konkurrenz.
Die Angaben der düpierten Anleger gleichen sich wie ein Ei dem andern. Alle sind Laien in Finanzfragen. Deshalb kam keiner von sich aus auf die Idee, die komplex strukturierten Produkte zu kaufen. Alle wurden vom jeweiligen CS-Berater angegangen und – so die Kunden der Grossbank – zum Kauf gedrängt. Weil sie vom Geldanlegen wenig verstehen, vertrauten sie den Beratern, vor allem deren Beteuerungen, die Investition sei zu hundert Prozent kapitalgeschützt.
Natürlich ist ein solches Produkt nur kapitalgeschützt ((und mit allen anderen Versprechungen ausgestattet)) solange der Emittent dafür haftet - in diesem Falle eben Lehman Brothers. Aufgrund der Werbung und Verkaufstaktik waren sich wohl die wenigsten Kunden bewusst, wer hinter dem Produkt steht und dass bei Konkurs ein Totalverlust droht...
Könnte sich die CS die Ausfälle nicht leisten und grosszügig sein ? Sicher, die Beträge sind ein Klacks für eine Bank dieser Grösse. Ist sie aber kulant und entschädigt die Beträge, schafft das ((aus der Sicht der Bank)) wohl einen gefährlichen juristischen Präzedenzfall, gerade in den klagefreudigen USA oder bei weiteren grossen Ausfällen.
Fazit: Die Diversifikation war so oder so mangelhaft, auch "sichere" Anlagen sind nie sicher. Hätte man nur einige % der Gesamtanlage in Produkte eines Emittenten gesteckt, wäre das zwar ärgerlich aber besser zu verkraften gewesen. Da es hier um den "Massenmarkt" ging, sind die Kunden schlichtweg zu wenig profitabel, um dies einzeln auszuarbeiten - oder zynischer ((das ist nur meine Annahme, es gibt aber genügend Beispiele, dass dies so gehandhabt wird)): die Qualität der Beratung und der Berater nimmt proportional zum Vermögen ab. Bei wenig Geld gibt es Massenware von der Stange. Im vorliegenden Fall gab es für die Produkte von Lehman wohl am meisten Provision für die CS-Berater oder die Bank...Pech gehabt, nächster Kunde mit fünstelliger Anlagesumme vortreten bitte.