Einer meiner Lieblingssektoren ist in den letzten Wochen und Monaten ((bereits vor der Wende an den meisten Märkten im März 08)) stark angestiegen, seit gestern beginnen die Kurse zu bröckeln. Ein interessanter Artikel zur Branche auf Seekingalpha mit Tabelle der wichtigsten Anbieter...
Quelle: http://seekingalpha.com/article/145918-chinese-online-gaming-stocks-wait-for-a-better-entry-point
((Achtung, die PCU-Zahlen sind nur Schätzungen des Autors und mit Vorsicht zu geniessen; die Grössenordnungen sollten allerdings stimmen...))
Ich gehe mit dem Autor einig, dass momentan diese Firmen eher hoch bewertet sind und man auf einen Rückgang warten sollte ((Ich halte kleine Positionen in GIGM, GA und CYOU))
Der eine oder andere Anleger wird ab und zu mal über den Teich schauen, nicht zuletzt weil man auf Finanzseiten viel Werbung für US-Broker sieht.
E*Trade war und ist seit jeher für seine lustigen Werbestrategien bekannt....
...der kleinere Broker Thinkorswim ist im Ausland vielleicht weniger bekannt, besitzt aber ein ebenso frisches Werbekonzept. "ThinkorSwim" ((SWIM, NASDAQ-kotiert)) wurde vor kurzem von TDAmeritrade gekauft. Hoffentlich geht der quirlige Auftritt nach der Uebernahme nicht verloren. Hier ein älteres Werbevideo von TOS...
Eine gute allgemeine Uebersicht zu allen grösseren US-Brokern inklusive Kosten gibt es hier...
http://www.online-broker-guide.com/
Die meisten Firmen akzeptieren ausländische Kunden. Mit Ausnahme von Interactive Brokers und E*Trade Global bieten die meisten US-Broker aber nur amerikanische Anlagen und Märkte an.
Zu berücksichtigen sind für ausländische Kunden der Papierkrieg bei
Kontoeröffnung und die teils hohen Gebühren ((bei TOS sind es etwa 50
USD/Rücküberweisung ins Ausland)) ebenso wie die meist höheren
Mindesteinlagen, bei häufigen Daytrading-Aktivitäten sind sogar 25'000 USD gefordert.
(( Die genaue Daytrading-Definition kann man hier nachlesen: http://daytrading.about.com/od/daytradingglossary/g/DayTradingRestr.htm ))
Fazit: Eventuell für den einen oder anderen Anleger aus Europa als Zweitkonto interessant ?
Interessantes Interview mit Martin Weber dessen aktuelles Buch ""Genial einfach Investieren" ich in meiner Bücherliste ((siehe rechte Spalte hier im Blog)) empfohlen habe:
Einfach ist gut: Dieses Prinzip erhält aus der Forschung immer mehr Unterstützung. So hat der Finanzmarktforscher Martin Weber einen Fonds gegründet, der ganz aus ETF besteht.
...Martin Weber bezeichnet den von ihm konzipierten Fonds als «wissenschaftlich fundiertes Basispaket». Der Arero ist für Euro-Anleger gedacht und besteht aus einem fixen Korb von auf Aktien, Rohstoffe und Regierungsanleihen lautenden Indexfonds. Andere Anlagen sollen für die Anpassung an die individuelle Situation sorgen. Die Ausgabenquote beträgt 0,45 Prozent, die Anteile werden von der Fondsgesellschaft DWS gratis deponiert.
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Passiv-hoert-sich-im-Deutschen-schlecht-an/story/10105212
PS: Siehe in der heutigen Ausgabe der Berner Zeitung "Bund" ((Seite 2)) die Prognosen von vier Schweizer Experten (( ich halte von solchen Prognosen wenig; aber es ist immer interessant, die Begründungen zu lesen)). Webseite down, kann ich momentan nur über den Verbund verlinken...
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Einsteigen-Zuwarten-Die-Boersentipps-von-vier-Experten/story/18358193
Den anhaltenden Volkszorn auf die Finanzbranche kann man in den Kommentaren zum Artikel ebenfalls nachlesen :)
Ein kurzer Dokumentarfilm ((unter anderem produziert durch den in diesem Blog bereits kritisch erwähnten Jonathan Lebed, aber trotzdem sehenswert)) zur Möglichkeit einer kommenden hohen Inflation in den USA:
Der Dokfilm zeigt fast nur Zusammenschnitte aus aktuellen Interviews mit Proponenten einer solchen Entwicklung auf Finanzsendern wie CNBC oder Bloomberg. Gerade deshalb ist der Film sehenswert, da nur wenige Leute sich diese Sender normalerweise antun ((müssen...)).
Ich bin nach wie vor noch nicht überzeugt von einer sehr starken Inflation in den USA, obwohl ich viele in diesem Film prominent vertretene Personen ((Peter Schiff, Marc Faber, Jim Rogers, Ron Paul, Gerald Celente...)) gerne in meinem Blog zitiert habe und weiter zitieren habe.
Eine Begründung kann ich aus Platzgründen nicht anbieten. Kurz zusammengefasst ist die Weltwirtschaft aber so stark unter dem möglichen Volumen, dass ich für die nächsten 1-2 Jahre weiterhin Deflation oder zumindest Desinflation sehe. Bis dahin ist noch genug Zeit für eine Umschichtung...
Ich werde die Preise der "Hard Assets" aber weiterhin aufmerksam verfolgen. In meinem Tradingaccount sind oder waren trotz meiner Skepsis verschiedene ETFs, die solche Anlageklassen abbilden ((etwa SLV, IAU, GSG, UNG....)) mit grösseren Anteilen vertreten.
Im Umfeld oder besser im Fahrwasser des im Film vertretenen Ron Paul ((den ich übrigens sehr schätze)) tummeln sich zudem einige Verschwörungstheoretiker und wertkonservative Republikaner, die das Thema nur aufgrund der Kritik an Obama und der US-Zentralbank dankbar aufgreifen. Auch klassische Liberale ((Libertarians in den USA)) und Isolationisten schliessen sich dieser Kritik an der FED seit jeher an:
One of the positions of Republican presidential candidate Ron Paul that mainstream pundits find “wacky” is his call to abolish the Federal Reserve System. Never mind that two Nobel Prize-winning economists – both libertarians – called for the same thing. And never mind that the Fed is the entity directly responsible for the debasement of the dollar over the many decades since the Fed was established.
Both Milton Friedman and Friedrich Hayek called for the abolition of the Fed during their careers. While Friedman spent much of his life advocating externally imposed constraints on the Fed’s power to expand the money supply, his first wish was to have the Fed abolished, as he pointed out in a 1995 Reason magazine interview. In his book Denationalisation of Money: An Analysis of the Theory and Practise of Concurrent Currencies, Hayek advocated a free-market monetary system of competing currencies.
Most Americans probably still believe that the Great Depression was caused by “the failure of the free-enterprise system.” It is a false belief. The truth is that the worst economic disaster in American history was caused by the Federal Reserve. Give current Fed Chairman Ben Bernanke credit for publicly acknowledging that fact in a speech delivered in 2002 commemorating Friedman’s 90th birthday.
Throughout the ages, the favorite political trick for public officials has been to dole out “free benefits” to the citizenry and engage in expensive foreign military adventures without raising taxes. To accomplish this feat, they have simply resorted to the printing press to get the money to pay for the “free benefits” and the military adventures. As more money was printed, its value would drop, which would be reflected in rising prices for the things that money buys. As prices rose, people would blame speculators, capitalists, price-gougers, and profiteers, never suspecting that their public officials were behind the scam.
http://www.lewrockwell.com/hornberger/hornberger143.html
Mehr zur Problematik der Neuverschuldung und USD-Geldentwertung in diesem älteren Dokfilm IOUSA, den ich wohl schon mehrmals erwähnt hatte:
PS: Warum das Thema auch in Europa und der Schweiz hochaktuell ist ? Wie die gegenwärtige Finanzkrise liegt der mögliche Krisenherd zwar in den USA, das Problem wird aber aufgrund der Dominanz des USD wiederum die ganze Welt betreffen. Europa vielleicht etwas weniger als Asien, da insbesondere die asiatischen Zentralbanken hohe US-Bestände haben. Verständlicherweise die zunehmende Nervosität in Peking und Moskau über die Bilanzblase der FED, siehe dazu auch meinen kürzlichen Eintrag:
http://talesfromthefuture.vox.com/library/post/weltw%C3%A4hrungen-usd-quo-vadis.html
Die kleine Schweiz könnte zudem wie in vergangenen Krisen als mögliche Fluchtwährung Probleme mit der Aufwertung des CHF bekommen. Fazit: Diversifikation in viele Assetklassen und Währungen ist so oder so ratsam :)
Nachtrag zu den Königsmachern (( Es ging im letzten Blogeintrag um den grossen Einfluss der Firma Pimco bei in den laufenden Restrukturierungen und Umbauarbeiten des Finanzsystems in den USA, inklusive potentiellen "Einflüsterungsmöglichkeiten" bei der US-Regierung... ))
Der Seriengewinner Goldman Sachs wird damit sicher in der Versenkung verschwinden. Interessanter Artikel aus der Zeitschrift Rolling Stone, der zufällig gerade jetzt erscheint ((rechts oben für den Vollbildmodus klicken damit es auch ohne Lupe geht...)):
PS: Update. Der Artikel aus dem Rolling Stone is mittlerweile aus Scribd entfernt worden, eine kritische Besprechung in TIME kann man weiterhin hier lesen...
http://www.time.com/time/business/article/0,8599,1908562,00.html?iid=tsmodule
...und eine zweite hier:
http://meganmcardle.theatlantic.com/archives/2009/07/matt_taibbi_gets_his_sarah_pal.phpTaibbi is a gifted narrative journalist, whose verbal talents I greatly admire. But financial meltdowns don't offer villains, for the simple reason that no one person or even one group is powerful enough to take down a whole system. Confronted with this, Taibbi doesn't back away from the narrative form, or apply it to smaller questions where it is more appropriate, as William Cohan did in House of Cards. Instead, he grabs whoever's nearest to hand and builds them up into a gigantic straw villian, which he proceeds to bash with a handful of recently acquired technical terms that he clearly doesn't quite understand. It's not that everything he says is wrong, but the bits that are true aren't interesting, and the bits that are interesting aren't true. The whole thing dissolves into the kind of conspiracy theory he so ably lampooned in The Great Derangement. The result is something that's not even wrong. It's just incoherent.
Waren es 2008 noch die ((ehemaligen)) "Goldmänner" um Hank Paulson, denen man zuviel Einflussmöglichkeiten/Nähe zur US-Regierung und Nachrichtenvorsprung nachsagte, ist 2009 Bill Gross und Pimco an der Reihe. Sicher nicht zu Unrecht, ein guter Artikel aus der NY Times..
And with the collapse of Wall Street, Mr. Gross has emerged as one of the nation’s most influential financiers. His frequent appearances on CNBC draw buzz, as do his wickedly humorous monthly investing columns on the Pimco Web site. Treasury secretaries call him for advice. Warren E. Buffett, the Berkshire Hathaway chairman, and Alan Greenspan, the former Federal Reserve chairman, sing his praises.
“He’s a very individualistic person. He doesn’t come at analysis or investment judgment in the words, terminology or ambience that I have been used to over the decades,” Mr. Greenspan says. “That may be the secret of his success. There is no doubt there is an extraordinary intellect there.” Mr. Greenspan, it should be noted, now works for Pimco as a consultant.
Amid all of this, Mr. Gross and his firm are trying to shape the government’s response to the economic crisis. He is one of the most fervent supporters of the Obama administration’s plan to enlist private investors to help bail out the nation’s ailing banks and try to revive the economy.
That effort, known as the Public-Private Investment Program, or P.P.I.P., has gained little traction so far. But Mr. Gross has energetically defended its architect, Treasury Secretary Timothy F. Geithner, against critics like the New York University economics professor Nouriel Roubini and the New York Times columnist Paul Krugman — both of whom argue that the strategy is flawed and that it would be best for the government to temporarily nationalize so-called zombie banks to prevent a repeat of the Great Depression.
Such nationalization, Mr. Gross insists, would be an unmitigated disaster. “There are two grand plans,” he said this spring at a meeting of his firm’s investment committee. “One is the Krugman-Roubini plan. They think the banks have so much garbage they are beyond hope. The other side is the administration’s side. That’s the one we’re on. If the other side should ever gain credence, then we’ll have something to worry about.”
Mr. Gross is hardly a disinterested observer. Pimco, owned by the German insurer Allianz, is jockeying to be picked by Mr. Geithner to relieve the likes of Bank of America, Citigroup and other banks of an estimated $1 trillion in soured mortgage debt so they can start lending freely again. Mr. Gross calls the plan a “win-win-win” for the banks, taxpayers and Pimco investors.
The government is planning to announce soon which money managers will participate. A spokesman for the Treasury Department would not say whether Pimco would be one of them.
Quelle: http://www.nytimes.com/2009/06/21/business/21gross.html?em
PS: Mehr zu Goldman Sachs Einfluss ((bis hin zu Verschwörungstheorien)) ? Siehe dazu etwa hier...
http://www.marketskeptics.com/2009/06/still-researching-corruption-at.html
oder hier...
http://zerohedge.blogspot.com/2009/06/goldman-sachs-principal-transactions_11.html
Das im letzten Link angeschnittene Thema "Dark Pools" ist zu umfangreich, als das ich es in diesem Eintrag noch besprechen könnte. In diesem Bereich könnten bald regulatorische Vorschriften kommen...
NEW YORK (Reuters) - The operators of anonymous stock trading venues called 'dark pools' defended their existence on Friday, but conceded they could be more transparent after the U.S. Securities and Exchange Commission warned they posed "emerging risks."
The venues allow stock traders to hide their intentions and have come under increased scrutiny as they have grown, and as the United States scrambles to rewrite market rules and bulk up oversight.
SEC Chairman Mary Schapiro said on Thursday she was worried about the effect of dark pools on price discovery, particularly their use of pre-trade messages that tip off certain market participants to upcoming orders, adding the agency is considering taking action.
Dark pools have proliferated as markets have gone electronic. Some operators, which include big banks, told Reuters dark pools could adopt better trade reporting standards, but warned against new rules that would wipe out the benefits of having multiple trading venues.
Quelle: http://www.reuters.com/article/ousiv/idUSTRE55I5V020090619
Ankündigungen gab es seit Monaten, nach dem Gipfel der BRIC-Staaten sind die ((zu erwarteten Fronten)) klarer gezeichnet:
Auf der einen Seite China und Russland ((mit Brasilien und Indien im Schlepptau)), auf der anderen die USA und Japan. Die EU hält sich eher zurück und hat dank der eigenen Einheitswährung keinen akuten Handlungsbedarf:
Am Gipfel sprachen sich Russland, China, Brasilien und Indien für eine tiefgreifende Reform des Weltwährungssystems aus. Die globalen Finanzinstitutionen müssten an die Bedürfnisse einer veränderten Weltwirtschaft angepasst werden, forderten sie am Dienstag in einer Abschlusserklärung.
...
Das weltweite Währungssystem müsse stabiler, berechenbarer und auf eine breitere Grundlage gestellt werden, hiess es. Die Gipfelteilnehmer riefen ausserdem zu Unterstützung für eine demokratischere und «multipolare» Weltordnung auf. Aufstrebende Staaten sollten mehr Mitspracherechte in wichtigen Institutionen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds erhalten.
((Blabla im zweiten Abschnitt. Im Klartext geht es darum, die USA und den USD langfristig zurückzubinden...))
Siehe dazu auch:
‘Supranational Currency’
Medvedev today reiterated Russia’s intention to push for the creation of a “supranational currency” to replace the U.S. dollar and encouraged China and the other Shanghai group members to use each other’s money in bilateral trade.
“There can be no successful global currency system if the financial instruments that are used are denominated in only one currency,” Medvedev said. “Today this is the case and the currency is the dollar.”
(( http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=aBzpsQgJ68dA ))
Es wird sicher viel ((politisches)) Gerangel unter den BRIC-Staaten geben um die Details einer solchen Reservewährung, kurzfristig kann sich der Dollar noch ausruhen...
PS: Edit/Update: Weitere interessante ((die erste sogar konträr)) Prognosen zum US-Dollar Mitte 2009...
http://www.howestreet.com/articles/index.php?article_id=9977
Interessanter Artikel im Economist zu den Staatsverschuldungen nach den verschiedenen Rettungsaktionen...
Banking catastrophes and recession have led to vast increases in rich countries’ public debts. Getting their finances back into shape will be painful
OVERINDULGENCE has a price. After years of scoffing food and swilling booze, the cost is physical. After a debt-fuelled financial bender, it is fiscal. Governments have been propping up the world economy with a borrowing spree of their own. The recession has drained tax revenues and policymakers have been spending unprecedented sums to get their economies going and support their banks. Sovereign debt is piling up.
In der Uebersicht:
Wenigstens eine Statistik, in der GM ganz vorne dabei ist. Ohne weiteren Kommentar...
(( Quelle: Marketwatch.com ))
Noch vor einem Jahr haben viele Leute ungläubig reagiert als ich das Ende von Chrysler und GM für realistisch und wahrscheinlich ansah.
Meine damalige Prognose: Aus den "Detroit 3" werden langfristig die neuen 3 grossen US-Anbieter entstehen: Ford, Honda und Toyota ((letztere zwei mit ihren US-Transplants)). Nissan, Hyundai/Kia, Fiat/Chrysler sowie GM2.0 werden sich um die unprofitableren Segmente balgen müssen. An diese These glaube ich auch jetzt noch.
Die Spekulationen um eine Insolvenzgefahr des US-Konzerns bezeichnete der Manager als aus der Luft gegriffen.
...
Darüber hinaus werde GM aber auch die Chancen nutzen, die der Kapitalmarkt bietet. Solche Überlegungen könnten vor allem für grosse Investoren interessant sein. ((Der US-Staat ist ja auch ein grosser Investor...?!))
...
"Opel ist nicht betroffen"
Die Marke Opel sei von der Krise der US-Mutter nicht betroffen, sagte Forster weiter. Die Rüsselsheimer litten zwar nach wie vor unter einen hohen Kostendruck durch den starken Euro und die Preissteigerungen bei Rohstoffen. Das betreffe aber alle Autohersteller. Entlassungen seien nicht mehr zu erwarten.
Quelle: http://moneycab.presscab.com/de/templates/default.aspx?a=50920&z=20