2008 war ein sehr schwieriges Jahr für Aktien und andere Anlagen aller Art ((ha, ha. Eine sehr aufschlussreiche Zusammenfassung, ich weiss ;-))).
Stellvertretend ein Artikel mit den Ergebnissen und den wenigen positiven Ausreissern an der Schweizer Börse:
Wie versprochen auch. Per 31.12.2008 hatte ich folgende Ergebnisse über die letzten Monate bzw. über das Jahr...
Virtuelle Anlagen ((als Vergleich))
- Kurzfristiges Tradingkonto 2008 ((bladetrading)): Ø Performance: + 33.84% ((per 30.12.2008, da US-Börse an Silvester noch geöffnet)). Es war bis Ende 2008 eine gute Entscheidung, das kurzfristige Konto bewusst im Herbst 2008 in der "schlechtesten" Zeit zu starten. Unten ein Vergleich zum S&P 500. Wie man sieht, hatte ich um den 20. November auch einen starken Einbruch...
- Langfristiger Wettbewerb mit 5 Aktien auf Sharewise : Ø Performance:
-9.02%
Reale Anlagen
- Kurzfristiges Stockpicking ((zusammen mit einem Kollegen als Mitspieler "bscyb" auf Sharewise umgesetzt. 1:1 ist nicht möglich wegen der Kursverzögerungen und vielen ausländischen Aktien, die in Frankfurt nicht mit hohem Handelsvolumen gehandelt werden, Sharewise.com bezieht die Kurse von der Börse Frankfurt. Zudem kann man die einzelnen Aktien nicht mengenmässig gewichten)): Ø Performance:
+10.38%
Dies erklärt die hohe Diskrepanz zum Updown-Portfolio, wo fast die gleichen Titel gehandelt wurden. Auf Updown sind die Titel aber wie in einem normalen Depot gewichtet und an den US-Börsen mit gutem Volumen handelbar. Insofern entspricht die erzielte Performance auf Updown eher der Realität, die knapp + 30% betrug.
- Langfristiges Bärenmarktportfolio ((bladestocks)): Folgt in der ersten Januarwoche 2009, da die US-Börsen an Silvester noch offen haben...
Das virtuelle Vergleichskonto zu bladestocks auf Sharewise hatte 2008 eine Ø Performance: -16.06%, das Ziel wäre, dass ich mit dem Bärenmarktportfolio ein besseres Ergebnis erreiche. Das sollte dank dem sehr hohen Baranteil möglich sein.
PS: Berechnungsgrundlagen:
1. Alle prozentualen Ergebnisse werden normal ((ohne Inflationsbereinigung/risikolosen Zinssätze oder andere Abzüge)) berechnet. Ebenso keine Währungsumrechnungen ((ausser natürlich ausländische Aktien, die an der Börse automatisch in der jeweiligen Landeswährung notiert werden)).
Eine gute Warnung vor Madoffs Pyramidenschema, die vor 10 Jahren bereits in den Grundzügen erstellt wurde, aber die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde offenbar nicht genug interessierte:
The Wall Street Journal has published a detailed account of private fraud investigator Harry Markopolos's efforts over the past 10 years to persuade the SEC that Bernie Madoff was running a gigantic Ponzi scheme (or, at best, was front-running).
Markopolos submitted extensive analysis to the SEC in 2005, which we've embedded below.
(( http://clusterstock.alleyinsider.com/2008/12/busting-bernie-madoff-one-mans-10-year-crusade ))
Bemerkenswert:
- Die Informationen im PDF wurden ohne Insiderwissen in Dedektivarbeit zusammengetragen von einem Mann. Siehe im verlinkten Dokument etwa Seite 7, wo gehandelte Optionen mit den angeblichem Transaktionsvolumen und den Buchwerten von Madoffs Anlagevehikel verglichen wurden. Warum war dies den Fund of Hedge Funds und den investierenden Banken nicht möglich ? Dort heisst Investigativarbeit "Due Diligence", was besser tönt aber ((zumindest in diesem Fall)) nicht besser ist :)
- Am interessanten im Rückblick sind die Seiten 15 und 16, da dort die Auswirkungen ((besonders auch auf europöische Banken)) präzise vorausgesagt wurden von Herrn Markopolos.
FPDF der Warnung von 2005 mit allen zusammengetragenen Red Flags und den erwähnten Textstellen:
http://www.slideshare.net/hblodget/markopolos-madoff-complaint-presentation?type=document
Wo das Dokument bei der SEC nach der Eingabe 2005 wohl gelandet verschwunden ist ? Schliesslich ging und geht es um geschätzte 20 bis 50 Milliarden Dollar und nicht um einen Bagatellfall...
Bilanztechnisch sicher auch nicht uninteressant...
PS: A propos "eat your own dog food". Die Jahresstatistik meines Bärenmarktportfolios und der Wettbewerbe ((Tradingkonto USA bei Updown.com und zwei Wettbewerbe bei Sharewise.com)) folgt in der Altjahreswoche.
Der Sender ist mir zu laut und marktschreierisch, aber die Artikel und Prognosen von CNBC-Mitarbeitern für das nächste Jahr sind lesenswert...
http://www.cnbc.com/id/27873565/
PS: Einfache Prognose 10. Nach den Skandalen und hohen Verlusten wird 2009 ein weiteres Katerjahr für die Investmentbranche. Zur Erinnerung an die "guten alten Zeiten" ((frei nach dem populär gewordenen Buch City Boy))...
Eine lustige Online-Werbung für Jack Daniels, die mir aufgefallen ist...
Wenn der Tag schon immer wieder mit roten Zahlen endet.
Die Geschichte kennt mittlerweile jeder - der Betrug wird wohl als grösstes Schneeballsystem in die Geschichte eingehen...
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/frueherer_us-boersenchef_wegen_milliarden-betrugs_festgenommen__1.1412572.html
- Wichtig erscheint mir die Grundregel ((auch)) keinen bekannten Namen blind zu vertrauen, wie in den Börsenregeln in früheren Blogeinträgen ausführlich diskutiert. Viele Beobachter hatten wegen der "Regelmässigkeit" von Madoffs Gewinnen seit Jahren gewarnt...aber der Bauch bzw. das Bauchgefühl hat bei den Investoren den Kopf besiegt.
- Zweitens wäre bei ausreichender Diversifikation ein allfälliger Verlust nicht so hoch. Es ist erstaunlich, dass auch sehr reiche Leute ((Madoff hatte ja nur solche bzw. vor allem institutionelle Anleger)) diesen Rat nicht befolgten und offenbar ihr gesamtes Geld Madoffs Anlagevehikel anvertraut haben.
PS: Ich kann zum Thema auch das sehr gute Buch von Jason Zweig als Ergänzung zum bereits vorgestellten Buch "Inside the Investor's Brain" ((siehe rechte Spalte)) empfehlen, insbesondere Kapitel 3...
Chrysler und GM werden wohl noch vor 2009 nicht mehr in ihrer heutigen Form bestehen, auch Ford und einige Zulieferer werden im Strudel weitere Verluste einfahren oder mitgerissen...
http://www.nytimes.com/2008/12/12/business/12auto.html?hp
Siehe für Details zur US-Autoindustrie meine Blogeinträge vom Oktober und November. Chrysler/GM werden über die Feiertage bis zur Einsetzung Obamas keine Zeit mehr haben ((ausser sie hätten ihre finanzielle Lage dramatisiert, was ich nach überschlagsmässigem Betrachten der Zahlen bezweifle - besonders GM scheint nur noch wenige Wochen Liquidität zu haben)):
Wir stehen nun vor einer zweiten Schockwelle nach der ersten von September 2008: Es wird analog zum "White Collar" Beben an der Wall Street nach der Lehman Brothers-Pleite einen Erdrutsch von kleineren Konkursen, Arbeitsplatzabbau im Auto- und Autozuliefersektor geben in den nächsten Wochen der vor allem "Blue Collar"-Stellen kosten wird:
The Big Three, along with their foreign competitors, are what most people think make up the entire auto industry. But the car manufacturers are just the top of the pyramid.
While G.M., Ford and Chrysler employ 239,000 people in the United States, the country’s 3,000 or so auto suppliers have more than 600,000 workers.
Suppliers range from large, publicly held companies that make car seats and axles, to much smaller firms that provide clamps, hoses and stamped metal parts.
(( Quelle: http://www.nytimes.com/2008/12/12/business/12rescue.html?hp ))
Einige Marken ((Saab, Volvo...)) werden wie nach den letzten Zuckungen der englischen Autoindustrie in chinesischen Händen landen.
PS: Ich hatte gestern nicht nur aus diesem Grund meinen Baranteil im 'iamvoltron'-Tradingkonto von US-Aktien kurzfristig wieder auf ca. 45% erhöht.
PPS: Die Reaktion an der Börse sieht man bereits an den asiatischen Börsen mit hohen einstelligen Verlusten am Freitag.
Ich habe - wie vor einigen Wochen angekündigt - keine Zeit mehr, mehrere virtuelle Vergleichsportfolios weiterzuführen.
Als Vorbereitung für das nächste Jahr ((neu zu startendes TFTF 2.0-Portfolio 2009)) führe ich deshalb - wie im Oktober 2008 angekündigt - nur noch das Trading-Portfolio weiter im gegenwärtig volatilem Umfeld.
1. Trading-Portfolio mit ungefähr 20 Aktien, momentan ((wieder)) bei knapp +30%...
http://www.updown.com/member/iamvoltron
((Die Performance ist auch ohne Login/Mitgliedschaft einsehbar bei Updown))
2. Ein ((zu gleichem Zeitpunkt wie das Trading-Portfolio Ende Oktober 2008)) Portfolio mit ca. 50-60 Aktien für bzw. mit einem Kollegen gestartet, momentan bei ca. +13%...
http://sharewise.com/members/ratings/bscyb
((Hielt sich in den letzten Tagen sogar unter den ersten drei Portfolios auf Sharewise in der Gesamtrangliste. Wenn man die Details und Aktienpicks von bscyb ansehen will, muss man bei Sharewise eingeloggt sein.))
Ende Oktober 2008 war - besonders im japanischen Aktienmarkt - meiner Meinung ein gutes Einstiegsdatum, wenn man kurzfristig orientiert ist, weshalb ich beide Portfolios als Test startete. Wie man in beiden verlinkten Portfolios sieht, beträgt die Haltedauer der Aktien meist nur einige Tage oder Wochen, was mir persönlich eigentlich missfällt, die gegenwärtige Marktsituation hat dies aber erzwungen.
Die Portfolios sind ein Versuch, in einem schwierigen Umfeld mit Zeitpunktabschätzungen in einem Bärenmarkt eine positive Rendite zu erzielen, ich halte keine Absicherungen oder Optionen etc., es sind nur "normale" Aktienkäufe wie in einem Long-Fonds Details dazu in den früheren Einträgen:
Erst ca. anfangs bis Mitte 2009 halte ich die wirtschaftliche Lage für so stabil, um grössere Anteile über längere Zeit in Aktien zu investieren in einem neuen TFTF-Portfolio. Details dazu werden in diesem Blog folgen wie versprochen :)
PS: Der Vergleich mit dem ((weiterhin unveränderten)) Bärenmarktportfolio mit sehr hohem Baranteil folgt Ende 2008.
Ebenfalls ein interessanter Fond ((der Fusion-Fondsmanager bloggt im bekannten TheBigPicture-Blog, seit neuem unter seiner URL ritholtz.com)):
Es würde mich sehr interessieren, wie hoch der durchschnittliche Barbetrag war in diesem Jahr im Long-Fonds. So oder so ist es eine sehr gute ((um nicht zu sagen exzellente)) Leistung, in diesem Jahr nur solch kleine Verluste zu haben.Amid the wholesale destruction on Wall Street, Fusion has produced single-digit gains on its long-short portfolios, and has kept the average losses on its long-only accounts to single digits. Ritholtz, whose book Bailout Nation is due early next year from McGraw-Hill, can be trusted to call ‘em as he sees ‘em. To find out what the contrarian is now warming up to, read on. (...)
Quelle: http://www.ritholtz.com/blog/2008/12/the-barrons-interview/
Guter Artikel und Fallbeispiel...
William H. Miller spent nearly two decades building his reputation as the era's greatest mutual-fund manager. Then, over the past year, he destroyed it.
Fueled by winning bets on stocks other investors feared, Mr. Miller's Legg Mason Value Trust outperformed the broad market every year from 1991 to 2005. It's a streak no other fund manager has come close to matching.
Mr. Miller was in his element a year ago when troubles in the housing market began infecting financial markets. Working from his well-worn playbook, he snapped up American International Group Inc., Wachovia Corp., Bear Stearns Cos. and Freddie Mac. As the shares continued to fall, he argued that investors were overreacting. He kept buying.
What he saw as an opportunity turned into the biggest market crash since the Great Depression. Many Value Trust holdings were more or less wiped out. After 15 years of placing savvy bets against the herd, Mr. Miller had been trampled by it.
Quelle: http://online.wsj.com/article/SB122886123425292617.html