Interessante Investitionsansätze: Swensen, Stensrud, Heebner
Mittlerweile sind seit dem Frühherbst 2007 zwölf schwierige Monate vorbei, in denen ((ausser den Pessimisten, die sich frühzeitig mit Short-Instrumenten aller Art eingedeckt haben)) nur sehr wenige Markteilnehmer positive Renditen erzielen konnten.
Ich möchte deshalb drei alternative Investitionsstrategien bzw. Personen vorstellen, denen das gelungen ist. Wichtig ist auch zu betonen, dass dies keine "Zufallstreffer" sind. Die drei Investoren hatten bereits vor dem Sommer 2007 in einem "positiven" Marktumfeld sehr gute Resultate erzielt:
- David Swensen ist in den USA als Geldverwalter der Universität Yale sehr bekannt ((und erfolgreich)), weltweit etwas weniger. Siehe für einen aktuellen Leistungsausweis dank guter Beimischung bzw. Zusammensetzung schwach korrelierender ((besonders mit den Aktienmärkten)) Anlagekategorien etwa hier...
Das Yale-Modell orientiert sich an der Portfolio-Theorie von Harry M. Markowitz. Dieser wies nach, dass das Risiko eines Portfolios nicht dem Durchschnittsrisiko der einzelnen Anlagen entspricht. Ganz im Gegenteil, können hochriskante Anlagen das Gesamtrisiko reduzieren, sofern sie sich nicht in die gleiche Richtung entwickeln wie die anderen Anlageklassen. Renditen und Risiken von Portfolios lassen sich optimieren, wenn tief korrelierende Anlageklassen kombiniert werden.
Swensen setzt Markowitz’ Theorie, der 1990 den Nobelpreis erhielt, konsequent um: Nicht umsonst besteht seine grösste Portfolio-Position aus Direktinvestments in Immobilien, Rohstoffe, Holz oder Schiffe. Denn diese weisen eine Korrelation von nahe null zu den meisten anderen Anlageklassen auf. Auch Hedge-Funds und Private Equity sind mit anderen Anlagen wenig korreliert und tun deshalb dem Gesamtrisiko in einem Portfolio gut. Swensen schreibt in seinem Bestseller «Pioneering Portfolio Management»: «Solche alternativen Anlageklassen erlauben es, Portfolios mit höheren Erträgen bei gegebenem Risiko zu schaffen – oder solche mit tieferem Risiko bei gegebenem Ertrag.»
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/story/31650287
Im obigen Artikel schränkt Swensen fairerweise ein, dass ihm dazu Mittel und Strategien zur Verfügung stehen, die man als kleiner Privatanleger eben gerade nicht befolgen sollte:
"...empfiehlt Privatanlegern Indexinstrumente, Reits (Immobilienanlagen) und Obligationen."
Das passende Buch für Privatanleger gibt es seit 2005 (( Swensen, David: Unconventional Success: A Fundamental Approach to Personal Investment, 2005 )), für interessanter halte ich aber die Neuauflage seines Buchs für institutionelle Anleger, das anfangs 2009 erscheinen soll:
- Kristoffer Stensrud ist Fondsverwalter in Norwegen ((Skagen Kon-Tiki, Aktienanlagen weltweit mit Fokus auf Schwellenländern)) und bietet einen Value-Ansatz, den sich Normalsterbliche leisten können...
...im Gegensatz zu den sehr teuren Anteilscheinen der Anlagevehikel von Value-Guru Warren Buffett. Selbst in den letzten 12 Monaten ((August 07 - August 08)) hat Stensrud eine knappe schwarze Null erreicht, was ohne Absicherung oder Short-Instrumente wirklich erstaunlich ist; gerade Zielgebiete seines Fonds wie China, Indien und Russland haben ja stark an Wert eingebüsst in der Vergleichsperiode.
- Ken Heebner schliesslich kann man als grossartigen antizyklischen Investor ((Contrarian)) bezeichnen, obwohl er von sich selbst behauptet, sein Investionsstil sei schlecht erfassbar:
Q: Your investment style is quirky. How do you define it?
A: I've never done a good job answering that question, and that's probably why there are people better at selling themselves than I am. I've made the most money when my strategy was something few people agreed with. My huge outperformance occurs when I find one of these very contrarian strategies - something supported by a lot of deep analysis - and implement it in a concentrated way in the portfolio.
Like investing in oil in 2004, when everyone thought it was going back to $25 a barrel. Or buying savings-and-loans in 1982, back when interest rates were 15 percent. I wish I could find one every year, but I can't.
((Quelle: http://money.cnn.com/2006/06/12/magazines/fortune/heebner2_retirementguide_fortune/index.htm ))