Börsenpsychologie und Neurofinanz ((Anhang II zu Börsenwarnungen))
Literatur und Untersuchungen zu Börsenpsychologie gibt es schon länger. Neuere Studien zum Thema greifen auf andere Wissenschaftszweige wie Gehirnforschung zurück und haben oft etwas hochtrabende Namen ((Neurofinanz, Behavioural Finance etc.)). Ein gutes neueres Buch zum Thema ist...
Wer meine anderen Buchempfehlungen ((siehe rechte Spalte)) überfliegt, sieht, dass ich selten Bücher zu Spezialthemen empfehle, dies ist aber eine Ausnahme, da doch einige interessante Erkenntnisse zusammengetragen wurden.
Ein guter Artikel zum Thema, der den Buchautor und seine Studien zitiert...
Mit mangelnder Intelligenz habe das nichts zu tun, sagt Peterson, »selbst kluge Menschen treffen dumme Bauchentscheidungen«. Sie überschätzten sich, folgten Börsenhypes, vertrauten ihr Geld dem Falschen an. Schuld sei das Gehirn. »Selbst wenn wir uns fest vornehmen, uns von der Vernunft leiten zu lassen, können wir unsere Gefühle nicht ausknipsen.« Das gelte für Normalbürger ebenso wie für Investmentprofis, die täglich Millionen verschieben. Zwar weisen Psychologen seit Jahrzehnten auf diesen blinden Fleck in der Wirtschaftstheorie hin. Doch weil sie bisher keine rechte Erklärung hatten, wollte niemand zuhören.
Die Ablehnung weicht erst jetzt, da auch Neurowissenschaftler immer mehr Hinweise darauf finden, dass der Verstand beim Umgang mit Geld aussetzt. Schließlich können sie mit Hirnscannern direkt in unsere Köpfe schauen. Selbst Geldprofis lassen sich nun von Leuten wie Richard Peterson beraten. Und der bittet sie erst mal, ellenlange Fragebögen auszufüllen: In welche Firmen investieren Sie? In welche Länder fließt das Kapital? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie an der Börse Ihre Einsätze verlieren? »Ich will meinen Klienten klarmachen, dass sie nicht so rational handeln, wie sie glauben«, sagt er.
Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2007/03/Neuro-Finanz?page=all